Topographie des Lagers

Die Größe des Außenlagers:

Das rechteckige Lagerareal hatte an den kurzen, nach Osten und Westen ausgerichteten Seiten eine Länge von 110 Metern, die Abmessung der zur SKW-Werksgelände hin- beziehungsweise wegzeigenden Längsseiten betrug 160 Meter. Daraus ergibt sich eine Gesamtfläche von knapp 18.000 m² oder 1,8 Hektar.

 

Umzäunung & Wachtürme:

Zur Isolation der Häftlinge von der Außenwelt war das Gelände mit einer doppelten Stacheldrahtumzäunung umgeben. Zwischen den zwei Stacheldrahtreihen befanden sich zur zusätzlichen Sicherung Kieselsteine, auf denen ein geräuschloses Laufen unmöglich war. An den vier Ecken des Lagers befanden sich Wachtürme, die mit bewaffneten Turmposten besetzt waren.

 

Häftlings- und Funktionsbaracken:

Innerhalb der Umzäunung waren vier Baracken mit einer Länge von jeweils 85 Metern und einer Breite von ca. 6 Metern aufgestellt. Die Baracken bestanden aus hölzernen Fertigbauteilen.

Ein Teil der Baracken diente als Unterkunft für die Häftlinge. Die Häftlingsbaracken waren mit je einem oder zwei Öfen ausgestattet. Sofern Brennmaterial, wurden die Öfen am Abend eingeheizt. In jeder der ungefähr 500 m² großen Baracken waren, abhängig von der Belegungsstärke , zwischen circa 300 und 500 Häftlinge untergebracht. Die Häftlinge mussten in dreistöckigen Pritschen aus Holz schlafen. Ein Bett war dabei mit mehreren Häftlingen belegt, damit stand für jeden Einzelnen nur ein Schlafraum in der Breite von etwa 50 Zentimetern zur Verfügung. Der ehemalige Häftling Gerards Everts erinnert sich, dass die Häftlinge in den Baracken des AL Trostberg "praktisch vor Raummangel aufeinander schlafen mussten." Der ehemalige Häftling Leendert Johannes van der Burg erzählt über die Situation in den Baracken: "unter normalen Umständen hätte sich nicht einmal ein Hund darin schlafen gelegt."

Die vierte Baracke (Block 3) wurde als Krankenrevier genutzt. Hier waren anfangs etwa zehn, später circa 30 Betten für die am schwersten erkrankten Häftlinge aufgestellt. Zudem schliefen auch die im Krankenrevier als Ärzte und Krankenpfleger eingesetzten Häftlinge in der Krankenbaracke.

Zusätzlich zu den vier oben beschriebenen Baracken befanden sich noch weitere kleinere Funktionsbauten, wie etwa die Lagerküche, sowie Wasch. und Abortanlagen auf dem Lagergelände. Da die vorhandene Küche von der SS-Verwaltung als "nicht entsprechend" kategorisiert wurde, kam es im März 1945 zur Errichtung einer neuen Baracke zur Unterbringung der Küche.

 

SS-Bereich:

Außerhalb des Lagers, unmittelbar an den nördlichen Lagerzaun angrenzend, befand sich eine weitere Baracke, in der das Lagerpersonal des AL Trostberg untergebracht war. In dieser Baracke schliefen und aßen die in Trostberg zur Verwaltung und Bewachung eingesetzten SS-Männer.